| Fall 2- „RATSUCHENDEN-PERSPEKTIVE“ |
| Sie sind ein 55-jähriger Jurist. Sie sind verheiratet, haben zwei Kinder und sind in einer Führungsposition bei einem großen Unternehmen tätig. |
| Ihr aktueller Leidensdruck: Sie suchen die Beratung auf, weil Ihre Ehe in einer schweren Krise steckt und eine Trennung im Raum steht. Sie fühlen sich durch die ständigen Konflikte belastet – insbesondere, weil Ihre Frau (die nur in Teilzeit arbeitet) von Ihnen fordert, dass Sie sich deutlich mehr im Haushalt engagieren. |
| Ihre innere Haltung: Sie sind tief frustriert. Aus Ihrer Sicht hat sich Ihre Frau durch „moderne“, „linke“ oder „woke“ Ideen negativ verändert. Sie sehnen sich nach einer Zeit zurück, in der Rollenbilder noch klarer definiert waren, und fühlen sich in Ihrer Position als Familienoberhaupt und Hauptversorger nicht mehr respektiert. Ihre Motivation im Gespräch: Sie suchen beim Berater oder der Beraterin eigentlich Bestätigung für Ihre konservativen Werte. Sie wollen testen, ob Ihr Gegenüber „auf Ihrer Seite“ steht oder auch von der „Gender-Ideologie“ beeinflusst ist. Ihre Äußerungen (Provokation): Um Ihren Standpunkt zu verdeutlichen und die Haltung des Beraters herauszufordern, streuen Sie im Gespräch problematische Statements ein: „Frauen sind doch heute alle links-grün versifft, da ist doch nichts Ordentliches mehr auf dem Markt.“ „Das ganze Gender-Gaga hat den Frauen doch den Kopf verwirrt.“ „Wenn die AfD an der Macht ist, können Männer endlich wieder Männer sein und Frauen zu ihren eigentlichen Rollen zurückkehren – an den Herd und für die Familie.“ |
